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Schwul? Lesbisch? Brautpaar!

Vor kurzem bat mich ein Leser, hier doch auch mal darüber schreiben, wie gleichgeschlechtliche Freie Trauungen ablaufen können. Ich gebe zu: Zunächst habe ich die Frage nicht verstanden, denn bei mir macht das keinen Unterschied. Ob ich einen Mann und eine Frau, zwei Frauen oder zwei Männer auf dem Weg in die Ehe begleite, ist mir vollkommen egal. Ich stelle allen die gleichen Fragen, um herauszufinden, was gerade dieses Paar ausmacht und wie gerade dieses Paar sich seine Trauung wünscht.

Verpartnert oder verheiratet – Sprache macht einen Unterschied

Aber nach ein paar Recherchen ist mir aufgefallen, dass das offenbar immer noch nicht üblich ist. Rein rechtlich, wenn man sich also das Heiraten aus staatlicher Sicht anschaut, enthält mein Satz schon den ersten Fehler. Ich schrieb „Ob ich einen Mann und eine Frau, zwei Frauen oder zwei Männer auf dem Weg in die Ehe begleite […]“. Auf dem Standesamt kann man gleichgeschlechtliche Paare aber nicht auf dem Weg in die Ehe begleiten – sondern nur in die „Verpartnerung“ (entsetzliches Wort, nebenbei!).

Ich weiß, einige werden jetzt sicher denken: „Korinthenkackerei! Was kümmert mich, wie es heißt, wenn es endlich die Möglichkeit gibt, die Liebe offiziell zu machen?“ Aber Sprache hat eine Wirkung (sonst bräuchte mich auch kein Brautpaar). Und eine Botschaft. Ob das nun gewollt ist oder nicht. Und wenn die einen sich nur verpartnern dürfen, während die anderen heiraten, dann symbolisiert das noch immer ein Gefälle in der Wertschätzung. Ein Gefälle, das es meiner Meinung nach heute nicht mehr geben dürfte.

Wenn die Familie nicht mitliebt

Trotzdem hätte mich das wohl eher nicht zu einem eigenen Blogpost veranlasst, denn sich über die Sprache der Bürokratie aufzuregen, ist müßig (wir haben Gesetze, deren Wortlaut ist über 100 Jahre alt!). Und es gibt ja schließlich die Freie Trauung, um Ihren großen Tag festlich und persönlich zu gestalten – egal, ob Sie einen Mann oder eine Frau lieben.

Aber eben jener Leser, der mich um einen entsprechenden Beitrag bat, erzählte mir von einer Freien Trauung, die er vor einiger Zeit besucht habe. Zwei Männer gaben sich nach langer Beziehung das Ja-Wort und auch wenn all ihre Lieben der Einladung gefolgt waren, lag doch ein Schatten über der Feier, weil die Eltern eines Bräutigams immer noch mit seiner Sexualität haderten. Sie waren hin- und hergerissen zwischen der Liebe zu ihrem Kind, die große Freude über die Hochzeit auslöste, und ihrem Unwohlsein, weil eine Ehe unter Gleichgeschlechtlichen einfach nicht zu ihrem Weltbild passte.

Kritiker in die Vorbereitungen einbinden – Weltbild ändern?

Als Traurednerin sind das die wirklich herausfordernden Fälle. Anspruchsvolle Bräute, einsilbige Bräutigame, aufgeregte Brautväter – das ist alles kein Problem. Aber in einem Fall wie oben beschrieben alle Parteien zu versöhnen und so einzubinden, dass das Brautpaar seinen Festtag wirklich genießen kann, ist ein schweres Unterfangen.

Wenn mein Brautpaar sich wünscht, dass die Familie bei ihrer Trauung dabei ist und ihnen ihren Segen gibt, dann bemühe ich mich sehr, sie dabei zu unterstützen. Helfen kann zum Beispiel, die Eltern (oder wer auch immer gerade der „Kritiker“ ist) schon in die Planung der Trauung einzubinden.

Wir machen dafür einen gesonderten Termin für ein Vorgespräch. Ich fasse dann im Beisein der Eltern noch mal zusammen, was Sie mir bereits über sich und Ihre Liebe erzählt haben. Das setzt den Fokus auf den Teil der wirklich zählt: Ihr Glück, das auch Ihren Eltern wichtig ist. Anschließend diskutieren wir gemeinsam mögliche Abläufe und Rituale. Ich frage die Eltern nach Ihrer Trauung und den Traditionen, die ihnen bei einer Hochzeit wichtig sind. Meist findet sich dabei etwas, das auch das Brautpaar schön findet – und sich vorstellen kann, es in die eigene Trauung aufzunehmen, so dass sich die „Kritiker“ wahrgenommen und wertgeschätzt fühlen.

Nicht in jedem Fall führt das dazu, dass die Kritiker ihre Vorbehalte vergessen. Gerade ein konservatives Weltbild lässt sich nicht mit einem Gespräch verändern. Aber es kann dazu führen, dass den Kritikern bewusst wird, was sie anrichten, wenn sie weiter gegen Sie und Ihre Liebe schießen. Im besten Fall halten Sie sich dann zurück und lassen Sie Ihr Glück genießen. Sie geben Ihnen ihren Segen, ohne sich selbst dabei aufzugeben – wissend, dass es Ihr Leben und Ihr Weg ist, auf dem Sie ihr Glück finden dürfen.

Und wenn das geschafft ist, dann sind wir wirklich da, wo ich angefangen habe: Ab diesem Augenblick gibt es nämlich wirklich keinen Unterschied mehr zwischen der Trauung eines homo- und der eines heterosexuellen Paares. Ab diesem Moment geht es nicht mehr um Geschlecht und Sexualität, sondern um Sie. Ganz individuell. So wie es sein sollte, denn im besten Fall heiraten Sie nur einmal im Leben. Dann sollte es auch absolut und ausschließlich Ihr Tag werden – egal, ob Sie am Ende Ihren Mann oder Ihre Frau küssen.

Ihr Motto, Ihre Hochzeitszeremonie

Ich gebe zu, ich liebe diese ganzen Hochzeitsserien, die aktuell im Fernsehen laufen. Egal, ob es um Hochzeitskleider, die beste von vier Hochzeiten, Hilfe vom Hochzeitsplaner oder Männer geht, die die Hochzeit allein organisieren müssen: Ich bin dabei und sitze höchstengagiert vorm Fernseher. Irgendwann fiel mir dabei eine Sache auf: die mit den Mottos (Ich dachte übrigens immer, das heiße „Motti“, aber der Duden hat mich eines Besseren belehrt). Offenbar kann man heute ohne Motto nicht mehr heiraten.

Anfangs fand ich das eigenartig. Ist der Anlass selbst, sind das Brautpaar und seine Geschichte nicht Motto genug? Inzwischen aber finde ich Mottos schön – jedenfalls wenn sie nicht einfach so aus der Luft gegriffen sind, sondern etwas mit dem Brautpaar zu tun haben.

Sport oder Berge: Bleiben Sie bei Ihrer Hochzeit ganz bei sich!

Vor ein paar Jahren war ich zum Beispiel auf einer Hochzeit, bei der das Paar begeistert wandern ging. Sie wohnten nahe der Alpen und verbrachten jede freie Minuten in den Bergen. Das sollte sich auch in ihrer Hochzeit wiederfinden und so trugen zum Beispiel die Tische keine Tischnummern, sondern den Namen von Bergen. Und Braut und Bräutigam haben das dann auch genutzt, als sie die Gäste einander vorstellten: Sie wanderten von Tisch zu Tisch, erzählten eine Anekdote zum jeweiligen Berg und dann über die einzelnen Gäste an diesem Tisch. Oft hatte zumindest einer davon ebenfalls eine Verbindung zu dem Berg, hatte das Brautpaar auf einer dieser Wanderungen begleitet oder ähnliches.

Ein anderes Paar verbindet der Sport, beide waren kurz vor ihrer Hochzeit einen Triathlon gelaufen, gefahren und geschwommen und der Bräutigam hatte sich für den Tag nach der Hochzeit zu einem anderen Wettkampf angemeldet. Ihre Flitterwochen verbrachten die beiden in einer kleinen Ferienwohnung nahe der Wettkampfstrecke – und fanden es toll. Die Zeremonie dagegen war vor allem der Braut eher unwichtig. Sie heirateten ohne Gäste, nur zwei Trauzeugen hatten sie eingeweiht. Die Braut hatte sogar überlegt, ganz auf Brautkleid und Schnickschnack zu verzichten, weil es ihr um das Versprechen ging, nicht aber um den zeremoniellen Akt. Kurz war (nur halbscherzhaft, glaube ich) sogar das Radtrikot als Brautbekleidung im Gespräch. Sie entschied sich dann doch für ein Brautkleid – ganz schlicht und fließend, aber doch romantisch und sehr feminin. Und ihren Bräutigam, der nicht wusste, dass es nun doch ein Brautkleid geben würde, rührte sie damit zu Tränen.

Ich fand beide Hochzeiten wunderschön. Nicht, weil sie meine Traumhochzeit spiegelten, sondern weil beide Paare ganz bei sich geblieben sind. Sie haben sich nicht reinreden lassen, sondern genau die Hochzeit gefeiert, die sie sich wünschten. Und sie haben sie mit ganz persönlichen Elementen so individuell wie möglich gestaltet.

Mottowochen: Neue, ganz persönliche Rituale für Ihre Hochzeit

Genau das geht in einer freien Trauung auch in der Zeremonie. Sie müssen sich nicht mit Standard-Traureden und Standard-Ritualen zufrieden geben. Nirgendwo steht geschrieben, dass wir nicht genau für Ihre Hochzeit ganz neue Rituale und Abläufe erfinden können. Das ist ja eben der Reiz einer freien Trauung. Und um das zu beweisen habe ich auf Facebook gerade die Mottowochen ausgerufen:

Sie nennen mir also Ihr Motto – gern hier in den Kommentaren oder per Mail – und erzählen mir vielleicht noch ein bisschen darüber, was Sie ausmacht und Ihnen bei Ihrer Hochzeit wichtig ist. Ich veröffentliche dann zu einzelnen Mottos hier auf dem Blog Ideen, wie die Zeremonie so gestaltet werden kann, dass sich Ihr Motto schon dort wiederfindet – und nicht nur in der Papeterie, der Location und der Feier.

Ich bin gespannt auf Ihre Mottos und freue mich auf Post von Ihnen!

Die 10 wichtigsten Fragen zur freien Trauung

Freie Trauzeremonien gibt es schon lange, doch in Deutschland sind sie nach wie vor relativ selten. Die meisten Paare hier heiraten standesamtlich, einige zusätzlich in einer kirchlichen Zeremonie. Deshalb beantworte ich hier für alle, die sich noch nicht sicher sind, welche Art von Hochzeit sie feiern möchten, die 10 wichtigsten Fragen zur freien Trauung:

Was ist eine freie Trauung?

Eine freie Trauung ist eine Hochzeit, die hinsichtlich Ort, Zeit, Ablauf und Gestaltung nahezu keine Grenzen kennt. Sie wird nicht von einem Standesbeamten, Priester oder Pfarrer durchgeführt, sondern von einem freien Redner. Jede freie Trauung ist einzigartig, weil jedes Paar selbst entscheidet, welche Rituale und Traditionen es in seine Zeremonie einbauen will – und auf welche es lieber verzichtet.

Für wen ist eine freie Trauung geeignet?

Für jeden. Aber vor allem, wenn Sie einen besonderen Ort im Auge haben, an dem weder kirchlich noch standesamtlich geheiratet werden kann, ist die freie Trauung eine gute Variante. Auch wenn Sie außergewöhnliche Rituale einbauen oder selbst möglichst viel Einfluss auf den Ablauf der Trauung nehmen wollen, ist die freie Trauung für Sie geeignet. Die Zeremonie können Sie übrigens auch buchen, wenn Sie schon verheiratet sind, aber zum Beispiel Ihr Eheversprechen erneuern möchten. Auch die Konfession oder die sexuelle Ausrichtung der Partner ist bei einer freien Trauung vollkommen unerheblich. Paare, die unterschiedlichen Religionen angehören, finden in einer freien Trauung den festlichen Rahmen für ihre Verbindung, ohne dass einer von beiden zur Religion des anderen übertreten muss. Und auch Schwulen-, Lesben-, Trans- oder sonstige Hochzeiten bekommen mit der freien Trauung den Rahmen, den sich das Paar wünscht. Es muss sich nicht mit dem bloßen Akt auf dem Standesamt zufrieden geben.

Ist eine freie Trauung rechtlich bindend?

Nein. Nach einer freien Zeremonie sind Sie weder vor dem Gesetz noch vor der Gesellschaft verheiratet.

Kann eine freie Trauung eine standesamtliche oder kirchliche Trauung ersetzen?

Jein. Es kommt immer darauf an, was Sie von Ihrer Hochzeit erwarten. In einer freien Trauung wird kein kirchlicher Segen gesprochen und sie ist auch nicht rechtlich bindend wie eine standesamtliche Trauung. Wenn Sie also auch heiraten wollen, um die steuerlichen Vorteile und die juristische Absicherung mitzunehmen, dann kommen Sie um eine standesamtliche Trauung nicht herum. Allerdings können Sie den Verwaltungsakt natürlich jederzeit durch eine freie Zeremonie nach Ihrem Geschmack ergänzen. Was die kirchliche Zeremonie angeht, kann eine freie Trauung natürlich religiöse Rituale enthalten (egal, aus welcher Religion). So gibt es auch freie Theologen, die freie Trauungen durchführen. Den kirchlichen Segen für Ihre Verbindung allerdings erhalten Sie wirklich nur in der Kirche.

Wo findet eine freie Trauung statt?

Wo auch immer Sie möchten – solange Sie sich dort aufhalten dürfen, können Sie in einer freien Trauung theoretisch auch dort heiraten. Das ist das Schöne an einer freien Trauung: Sie können jeden Ort, der Ihnen beiden etwas bedeutet, zu Ihrer Hochzeitslocation machen. Dabei ist es ganz egal, ob es das Restaurant Ihres ersten Rendezvous ist, der Strand, an dem Sie zum ersten Mal gemeinsam Urlaub machten oder Ihre eigene Küche. Wenn der Besitzer der Location einverstanden ist und keine anderen Regelungen wie etwa in Naturschutz- oder Militärgebieten dagegen sprechen, traut ein freier Redner Sie fast überall. Natürlich auch unter freiem Himmel – das ist in Deutschland nur in einer freien Trauung möglich, denn Standesbeamte dürfen die Zeremonie nur in speziell dafür gewidmeten Räumen durchführen und auch eine kirchliche Zeremonie ist an das Gotteshaus gebunden.

Wann findet eine freie Trauung statt?

Auch in dieser Frage sind Sie völlig frei. Sie können die freie Zeremonie am selben Tag veranstalten wie Ihre standesamtliche Trauung. Sie können aber auch zwei verschiedene Tage dafür wählen. Viele Paare erledigen den amtlichen Teil vormittags oder einen Tag vor dem großen Fest. Das beginnt dann mit der festlichen freien Zeremonie.

Wie läuft eine freie Trauung ab?

Das kommt ganz darauf an, wie Sie heiraten möchten. Bei einer freien Trauung steht immer das Brautpaar mit seiner Geschichte, seinen Wünschen und Visionen im Mittelpunkt. Sie können eine ganz verrückte, bunte Party veranstalten, in der Sie das Ja-Wort tanzen. Sie können aber auch sehr traditionell mit klassischer Trauformel, Ringtausch und dem großen Kuss-Moment heiraten. Auch wenn mehrere Paare in einer Feier heiraten möchten, geht das in einer freien Trauung und theoretisch könnten Sie in einer solchen Zeremonie auch sich selbst – oder ihr Haustier – heiraten. Ihr Trauredner wird gemeinsam mit Ihnen entscheiden, wie Ihre Zeremonie gestaltet werden soll, um sie wirklich glücklich zu machen.

Was braucht man für eine freie Trauung?

Sich selbst und den Partner, einen Trauredner, ein Datum und einen Ort. Mehr brauchen Sie im Prinzip nicht, um sich in einer freien Zeremonie zu Ihrem Liebsten zu bekennen. Vor allem brauchen Sie – anders als bei kirchlichen oder standesamtlichen Zeremonien – keinerlei Dokumente wie Tauf- oder Geburtsurkunden, Auszüge aus Familien- oder Kirchenbüchern oder ähnliches.

Was kostet eine freie Trauung?

Pauschal lässt sich das nicht beantworten. Der größte Posten einer freien Zeremonie (Nur die Zeremonie, die Feier ist eine ganz eigene Sache!) entfällt auf den Trauredner. Je nach Aufwand in der Vorbereitung, Länge der Anfahrt zur Hochzeitslocation und Umfang der Zeremonie kann der Hochzeitsredner mit mehr als 1000 Euro zu Buche schlagen. Unter 500 Euro ist ein guter Trauredner auf jeden Fall schwer zu finden.

Ich weiß, das klingt nach sehr viel Geld. Aber Sie dürfen nicht vergessen, dass der Hochzeitsredner nicht nur die eine Stunde investiert, die Ihre Zeremonie vielleicht in Anspruch nimmt. Er oder sie nimmt sich auch für die Vorgespräche mit Ihnen viel Zeit, fährt dafür zu Ihnen, schreibt, korrigiert, modifiziert die Traurede und stimmt sie unter Umständen noch mal mit Ihnen ab, nimmt Kontakt zu Trauzeugen oder Familienmitgliedern auf, die in die Zeremonie eingebunden werden sollen und organisiert mit ihnen, wie das passieren soll. Er plant die Rituale, die Sie in Ihre Trauung einbinden wollen und besorgt eventuell die notwendigen Rituale. Und nicht zuletzt liest er auch am Tag Ihrer Trauung nicht nur einfach seine Rede vor, sondern sorgt durch sein Auftreten, sein rhetorisches Geschick und seine Veranstaltungsleitung für eine wirklich unvergessliche Zeremonie.

Doch während er all das für Sie tut, kann er es nicht für andere tun – und auch sonst nichts, mit dem er Geld verdienen könnte. Deshalb kostet ein guter Trauredner Geld. Das er aber allemal wert ist.

Woran erkennt man einen guten Trauredner?

„Gut“ ist ein ziemlich schwieriges Qualitätskriterium, denn was für den einen eine tolle Trauung ist, ist des anderen größter Albtraum. Das wichtigste Kriterium ist deshalb: Bietet der Trauredner ein kostenloses Kennenlerngespräch an? Sie müssen dem Menschen, der Sie trauen soll, vertrauen können. Und ja, Sie müssen ihn oder sie auch mögen. Nur so können Sie gemeinsam die Hochzeit vorbereiten, von der Sie träumen. Dazu ist es auch entscheidend, wie viel Zeit Sie für das Kennenlerngespräch bekommen. Bestehen Sie darauf, sich in Ruhe einen Eindruck zu und lassen Sie sich nicht zu einem Vertragsabschluss drängen, bevor Sie Ihre Fragen stellen und Unklarheiten ausräumen konnte. Ein Kennelerngespräch dient noch nicht der Vorbereitung Ihrer Hochzeit, aber auch ein Gefühl für einander zu bekommen, braucht manchmal Zeit. Es ist völlig in Ordnung, wenn Sie sich nicht gleich beim Kennenlerngespräch entscheiden, ob Sie mit diesem Trauredner arbeiten wollen oder nicht (Nur seien Sie so fair, auch abzusagen, wenn Sie sich gegen einen Redner entscheiden!).

Ein weiteres Kriterium für einen guten Trauredner ist Flexibilität. Kann er sich auf Ihre Wünsche einstellen? Hört er Ihnen genau zu und macht Vorschläge für die Zeremonie und die Traurede, die zu Ihren Vorgaben passen? Kann er seinen Redestil so anpassen, dass er Ihnen entspricht?

Haben Sie nun festgestellt, dass eine freie Zeremonie genau die Form ist, die Sie sich für Ihre Trauung wünschen? Dann freue ich mich darauf, Sie in einem Kennenlerngespräch davon zu überzeugen, dass ich auch genau die Traurednerin bin, mit der Sie Ihre Traum-Trauung realisieren können. Vereinbaren Sie einfach einen Termin!

Liebevolle Rituale für Ihre Hochzeit

Viele Paare entscheiden sich vor allem deshalb für eine freie Trauung, weil sie an einem ganz bestimmten Ort heiraten wollen. Einem Ort, an dem es kein Standesamt gibt bzw. an dem Standesbeamte keine Trauungen durchführen können. Doch eine freie Zeremonie hat noch einen anderen Vorteil: Sie können jede Minute Ihrer Trauung selbst mitbestimmen und sie dabei ganz persönlich gestalten. So wird jede Hochzeit zu einem Unikat, das dieses eine Paar und diese eine Liebe feiert. Neben der Traurede und den persönlichen Eheversprechen können Traurituale das noch unterstreichen.

Dabei gibt es wunderschöne Rituale wie das Baum pflanzen, das traditionelle Baumstamm sägen oder das gemeinsame, zeitgleiche Trinken aus dem Brautkelch, die ich hier bewusst nicht weiter ausführe. Warum? Weil sie allesamt ein Risiko bergen, sich das Brautpaar dabei nämlich die Kleidung ruinieren kann. Und die Erfahrung zeigt: So gut ein Ritual auch gemeint war – wenn es das teure Brautkleid oder den guten Anzug beschädigt oder beschmutzt, kann es die ganze Zeremonie in ein Desaster verwandeln.

Außerdem gibt es genug Rituale, die in dieser Hinsicht „ungefährlich“ sind und mit denen Sie Ihre Verbundenheit und Ihr Ewigkeitsversprechen genauso schön unterstreichen können. Eine kleine Auswahl habe ich hier für Sie:

Das Sand-Ritual

Ein echter Klassiker: Braut und Bräutigam schütten gleichzeitig Sand in ein hübsches Gefäß. Dabei symbolisiert der Sand nicht nur die zwei Menschen, die zwei Leben, die jetzt verbunden werden. Er steht auch für die Unverbrüchlichkeit der Verbindung, denn ebenso wenig, wie jetzt noch jemand den Sand der Braut vom Sand des Bräutigams trennen kann, kann man das Paar wieder trennen. So der romantische Gedanke hinter diesem Ritual. Das Gefäß mit dem Sand kann dem Paar nach der Hochzeit als dekorative Erinnerung an die Zeremonie dienen.

Variationen: Schöne Effekte erzielen Sie, wenn Sie Sand in zwei verschiedenen Farben benutzen und diesen im Gefäß entweder in dünnen Schichten aufeinander gießen oder zu einem bunten Strudel vermischen. Auch eine schöne Idee: Benutzen Sie Sand von Orten, die für Sie beide eine besondere Bedeutung haben: von dem Strand, an dem Sie Ihren ersten gemeinsamen Urlaub verbracht haben zum Beispiel oder – wenn einer von Ihnen aus einer Küsten(oder Wüsten-)region stammt – aus der alten Heimat.

Flüsterwünsche für die Ringe

Bei diesem Ritual lassen Sie Ihre Eheringe durch die Reihen gehen. Jeder Gast darf sie einen Moment halten und Ihnen flüsternd (oder stumm) seine ganz persönlichen Wünsche für Sie und Ihre Ehe mitgeben.

Dieses Ritual ist momentan sehr beliebt und das aus gutem Grund, denn es schafft nicht nur eine ganz besondere, liebevolle Atmosphäre. Es bindet auch jeden einzelnen Gast aktiv in die Zeremonie ein. Aber Vorsicht, darin liegt auch die Krux. Für eine große Hochzeitsgesellschaft ist dieses Ritual ungeeignet, weil es dann schlicht zu viel Zeit beansprucht und statt Romantik und Spannung Langeweile Einzug halten können.

Am Ende kommen die Ringe wieder beim Brautpaar an, das sich anschließend nicht nur das Symbol seiner Liebe ansteckt, sondern auch all die Wünsche, Segen und liebevollen Gedanken der Gäste mit in den Beginn seiner Ehe nimmt.

Variationen: Sie können die Ringe einzeln, in ihrer Schachtel oder auf einem Ringkissen durch die Reihen gehen lassen. Eine Variation, die zunehmend häufiger zu sehen ist, funktioniert mit einem Seil oder einem hübschen Band. Das wird so gelegt, das jeder Gast „sein“ Stück Seil aufheben und halten kann, während die Ringe am Anfang darüber gefädelt und nun über das Seil oder Band von Gast zu Gast geschoben werden. Bei einer sehr kleinen Gesellschaft können die Gäste dabei auch einen „Schutzkreis“ um das Paar bilden, was das Ritual noch intimer macht. Aber Vorsicht: Wenn die Gäste aufstehen und sich wieder setzen müssen, entsteht immer Unruhe, die die Atmosphäre Ihrer Zeremonie stören kann.

Segenswünsche oder Fürbitten

Segenswünsche oder Fürbitten sind eigentlich ein kirchliches Ritual, das sich in einer freien Trauung aber sehr schön integrieren lässt. Vor allem, wenn Sie bestimmte Gäste einbinden möchten, ist das eine sehr schöne Variante. Auch, wenn sich zwei Familien zu einer neuen finden, Sie also nicht nur Ihren Partner heiraten, sondern auch ihre Kinder annehmen, ist dieses Ritual eine wunderbare Art, alle neuen Familienmitglieder in einem gemeinsamen Moment zu vereinen.

Dafür lesen oder tragen alle Beteiligten kurze Wünsche oder Segen vor und geben dem Brautpaar damit ganz persönliche Glückwünsche mit auf den Weg in die Ehe. Wichtig ist dabei, dass es sich um authentische Wortmeldungen handelt. Bitten Sie Ihre Fürbitter, in eigenen Worten auszudrücken, was sie Ihnen sagen wollen. Das ist in der Zeremonie viel beeindruckender als perfekt formulierte, aber unpersönliche Segenswünsche. Vorsicht: Halten Sie auch dieses Ritual kurz. Je nachdem, wie lang der Rest Ihrer Zeremonie ist, sollten drei bis maximal fünf kurze Fürbitten ausreichen.

Variationen: Dieses Ritual lässt sich auch gut mit dem Anzünden der Traukerze verbinden, wenn Sie sich eine solche wünschen. Traukerzen kann man ganz individuell gestalten und verzieren und an jedem Hochzeitstag soll sie angezündet werden, um an die Liebe und das Versprechen zu erinnern, das Sie sich gegeben haben. Während der Fürbitten können Sie die Traukerze entzünden und dann zum Beispiel jeden Gast, der einen Segenswunsch vorgetragen hat, bitten, für sich und einen weiteren Gast eine kleinere Kerze daran zu entzünden. So haben am Ende alle Gäste ein Stück Ihres Glückslichts in den Händen. Vor allem bei einer Trauung im Winter oder abends ein sehr stimmungsvolles Ritual.

Wünsche in der Feuerschale

Das Feuerschalen-Ritual hat etwas sehr Mystisches und eignet sich besonders gut für kleine, ruhige Trauungen, die im Freien stattfinden. Es kann direkt in die Trauzeremonie integriert werden, wirkt aber auch alleinstehend zu einem späteren Zeitpunkt während der Feier wunderschön.

In einer schönen Schale – meist aus Eisen oder Kupfer – wird dabei ein Feuer entzündet. Traditionell übergeben Sie als Brautpaar dem Feuer nun kleine Zettel, auf denen Wünsche für Ihre Ehe notiert sind – Ihre oder die Ihrer Gäste. Die Wünsche werden durch den Rauch in den Himmel getragen und sollen so in Erfüllung gehen.

Variation: Wenn Sie eine große Festgesellschaft haben und Sie die Atmosphäre der Zeremonie nicht durch das manchmal recht langwierige Notieren der Wünsche stören wollen, können Sie statt der Zettel auch Kräuter, Gewürze und Pflanzen verbrennen, denen bestimmte Kräfte zugeordnet werden, die zu Ihnen und Ihrer Hochzeit passen. So sagt man zum Beispiel Johanniskraut nach, es habe die Sonne gespeichert. Es steht für Leichtigkeit und frohen Mut – und gilt als heimliches Aphrodisiakum. Liebesfördernd soll auch Beifuss sein, während zum Beispiel die Vogelmiere für Hartnäckigkeit, Durchsetzungskraft und Selbstvertrauen steht. Suchen Sie doch einfach mal in einem Heilkräuterlexikon oder einem Buch über die Sprach der Blumen nach den Pflanzen, die zu Ihnen passen.

Wedding Bells

Mit den „Wedding Bells“ wird Ihre Trauung zu einer richtigen Märchenhochzeit. Dabei verteilen wir vor der Zeremonie winzige Glöckchen an alle Gäste. Zu einem Zeitpunkt, den Sie selbst vorher festlegen, läuten alle Gäste gleichzeitig die Glöckchen. Deren zarter Ton ist zum Beispiel eine schöne Jubel-Untermalung für Ihren ersten Kuss als Ehepaar.

Variation: Wenn Sie viele Kinder unter den Gästen haben (oder auch den Erwachsenen nicht zutrauen, die Glöckchen still zu halten, bis sie dran sind), können Sie das Ritual auch umdrehen: Statt der Gäste bekommen nur Sie als Brautpaar jeder eine kleine Glocke, die Sie dann gemeinsam erklingen lassen, um sozusagen Ihre Ehe einzuläuten.

Besensprung ins Eheglück

Ein heidnisches Ritual, das für viel Spaß sorgt (und oft auch sehr lustige Fotos bringt) ist der Besensprung. Dabei wird ein Reisigbesen mit allerlei Gegenständen geschmückt, die die Gäste mit dem Brautpaar verbinden oder die für die Ehe stehen. Nach der Trauung muss das neue Ehepaar dann gemeinsam mit geschlossenen Beinen über den am Boden liegenden Besen – sozusagen mitten ins Eheleben – springen.

Variation: Wer Gäste mit einer fiesen Ader hat, muss damit rechnen, dass sich dieses Ritual zu einer Art Hochsprung (oder Limbotanz) auswächst. Um das zu umgehen (und zu verhindern, dass sich eine Braut mit Mörder-High-Heels den Knöchel bricht, weil sie springen muss), können Sie gleich darum bitten, dass zwei Gäste den Besen ein Stück über dem Boden halten. Dann nutzt der Bräutigam die Gelegenheit, um seine Frau auf den Armen über den Besen zu tragen. Das Über-die-Schwelle-tragen vorgezogen und neu interpretiert.

Liebespost für dich

Nicht jedes Paar möchte sich öffentlich in persönlichen Ehegelübden über seine Liebe äußern. Manche finden dafür mündlich nicht die richtigen Worte, andere behalten sich Liebesschwüre lieber für Momente nur zu zweit vor. Damit diese Paare trotzdem ihre ganz persönlichen Liebesschwüre zur Hochzeitszeremonie bekommen, können sich Braut und Bräutigam zum Beispiel Liebesbriefe schreiben (wenn Sie den Nerv dazu haben: am besten am Morgen vor der Trauung). Die werden während der Trauung feierlich überreicht, aber das Paar liest sie erst in einem ruhigen Moment nach der Hochzeit. So bleibt Intimes intim, aber die Gäste können trotzdem an der Liebe des Paares teilhaben.

Variation: Sie können die Liebesbriefe auch gemeinsam mit Erinnerungen an die Zeremonie in eine Schatzkiste packen, die Sie dann zum Beispiel an Ihrem ersten Hochzeitstag öffnen und genießen. Erst zu diesem Zeitpunkt lesen Sie dann auch den Brief Ihres Liebsten (oder lassen ihn sich vorlesen). Gegenstände, die in die Schatzkiste wandern können, sind zum Beispiel eine Blüte der Blumendekoration, das Ringkissen oder Wünsche bzw. Fürbitten, die Ihre Gäste vorgetragen haben. Auch eine Abschrift der Traurede ist eine schöne Erinnerung.

Brot und Wasser

Ein sehr bodenständiges Ritual, das nicht nur die Verbundenheit der Eheleute symbolisiert, sondern vor allem ein Versprechen ist, sich immer um einander zu kümmern, ist das Brot-und-Wasser-Ritual. Dabei reichen sich die Brautleute gegenseitig erst ein Stück Brot und dann einen Kelch mit Wasser. Beide nehmen einen Bissen beziehungsweise einen kleinen Schluck und zeigen sich damit, dass Sie stets Sorge tragen wollen, dass es dem anderen gut geht und es ihm an nichts fehlt.

Variation: Hier können Sie wunderbar auch Ihre Familien einbinden. Eine traditionelle Ausprägung dieses Rituals sieht zum Beispiel vor, dass die Brautleute Brot und Wasser nicht vom Partner, sondern von dessen Eltern gereicht bekommen. So zeigen diese, dass sie den Ehepartner des eigenen Kindes in der Familie willkommen heißen. Natürlich können Sie die Generationen auch umkehren, wenn Sie zum Beispiel beide eigene Kinder mit in die Ehe bringen. Lassen Sie in diesem Fall doch einfach Ihre Kinder Brot und Wasser bringen, von denen Sie dann abwechselnd nehmen. So schaffen Sie eine ganz besondere Gemeinsamkeit.

Unendlich viele weitere Rituale warten nur darauf, dass Sie sie entdecken. Wichtig ist bei allem, was Sie auswählen nur, dass es zu Ihnen beiden passt und zu der Art, in der Sie Ihre Hochzeit gestalten wollen. Wenn Sie dabei Rat und Unterstützung brauchen, helfe ich Ihnen gern weiter.

So schreiben Sie Ihr Ehegelübde selbst

Im Vorgespräch kläre ich mit meinen Brautpaaren ganz viele Fragen. Eine davon sorgt aber – besonders beim Bräutigam – oft für Schnappatmung und Stresspickel: die nach dem Ehegelübde. In Deutschland war es lange üblich, dass die Paare sich mit dem traditionellen Segen trauen ließen. Unabhängig davon, ob ein Pfarrer, Priester, der Standesbeamte oder eine freie Rednerin die Trauung durchführen, meist erklären sie Braut und Bräutigam nach dem obligatorischen „… in guten wie in schlechten Zeiten, in Gesundheit wie Krankheit bis dass der Tod euch scheidet?“ und dem darauf folgenden Ja-Wort zu Mann und Frau.

Doch auch hier schwappt ein amerikanischer Trend zunehmend zu uns: Immer mehr Pare möchten ein ganz persönliches, individuelles Ehegelübde sprechen statt dem Standard zu folgen. Deshalb eben frage ich bei den Vorgesprächen immer, welche Trauformel sich das Paar wünscht und ob es eigene Gelübde vorlesen möchte. Und dann wird es manchmal kritisch: Wenn nämlich die Braut glänzende Augen bekommt, während der Bräutigam unruhig am Kragen nestelt.

Aber keine Sorge, auch ein Ehegelübde zu schreiben, ist kein Hexenwerk (und in der größten Panik können wir das natürlich auch gern zusammen machen). Hier sind die ultimativen Tipps für ein romantisches und persönliches Ehegelübde:

 

Welcher Typ sind Sie?

Der wichtigste Tipp von allen: Verbiegen Sie sich nicht! Wenn Sie ein eher sachlicher, nüchterner Typ sind, dann versuchen Sie bitte nicht, in Ihrem Ehegelübde rote Rosen über singende Geigen regnen zu lassen. Ihre Braut heiratet Sie ja nicht, obwohl, sondern gerade weil Sie sind, wie Sie sind. Und allein die Tatsache, dass Sie sich überhaupt getraut haben, einen persönlichen Liebesschwur zu verfassen – und öffentlich vorzulesen – wird sie vermutlich schon zu Tränen rühren.

 

Was wollen Sie sagen?

Bedenken Sie, dass jeder Gast Ihrer Hochzeit Ihr Ehegelübde hören wird. Bei großen Gesellschaften gehören dazu vielleicht auch Arbeitskollegen oder Bekannte, denen Sie nicht gerade Ihre intimsten Geheimnisse anvertrauen möchten. In diesem Fall spricht überhaupt nichts dagegen, das Gelübde kurz zu halten. Möchten Sie Ihrer Braut dennoch bestimmte Dinge sagen, die Ihnen am Herzen liegen, schreiben Sie ihr doch einen Brief. Den überreichen Sie dann am Ende Ihres Gelübdes bei der Trauung. Damit bleibt nicht nur ganz privat, was privat ist. Sie geben Ihrer Braut außerdem noch ein ganz besonderes Geschenk mit, denn viele Brautpaare erinnern sich vor lauter Aufregung kaum noch an ihre Zeremonie. Ein Brief, den Sie später in Ruhe auch noch einmal gemeinsam lesen können, ist ein ganz wunderbarer Liebesbeweis.

Wenn Sie geklärt haben, was Sie NICHT öffentlich sagen wollen, überlegen Sie sich, was unbedingt in Ihr Gelübde soll. Machen Sie sich Stichpunkte und schreiben Sie dabei, wie Ihnen der Schnabel gewachsen ist. In schöne Worte kleiden Sie das alles später. Jetzt geht es erstmal nur darum, ein Gerüst zu erstellen, damit Sie beim Schreiben selbst nichts wichtiges vergessen.

Themen, die Sie in Ihrem Gelübde aufgreifen können:

  • Was Sie an Ihrer Partnerin besonders lieben
  • Was Ihnen an Ihrer Partnerin als allererstes aufgefallen ist
  • Was Ihre Partnerin für Sie und Ihr Leben bedeutet
  • Was Sie ohne Ihre Partnerin nie geschafft hätten / nicht schaffen würden
  • Was Sie sich von der gemeinsamen Zukunft wünschen

 

Wie lang darf es werden?

Ich weiß, viele Paare finden es unromantisch, vor der Trauung über die Gelübde zu reden. Aber das ist wie mit der märchenhaften Vorstellung, der Partner müsse uns doch an den Augen ablesen können, was wir brauchen und uns wünschen. Die Realität sieht meistens anders aus – und zwar bei Männern wie Frauen gleichermaßen. Um zu bekommen, was Sie wollen, müssen Sie schon darüber reden. Sie sollen Ihrer Partnerin ja nicht veraten, was Sie schreiben wollen. Aber zumindest die Länge der Gelübde sollten Sie abstimmen, denn nichts ist unangenehmer, als wenn einer eine lange Liebesrede vorbereitet und der andere nur drei magere Sätze auf dem Zettel hat.

 

Wie soll ich das nur schreiben?

Die Antwort ist einfach: So, wie Sie es fühlen. Ein Ehegelübde muss nicht aus gedrechselten Sätzen und besonders eleganten Wörtern bestehen. Viel wichtiger ist, was es ausdrückt. Sie selbst als Brautpaar wissen am besten, was dem anderen gefällt, was ihn rührt und bewegt. Bleiben Sie also bei Ihrem gemeinsamen Stil, bei Ihrer Geschichte als Paar und schreiben Sie, wie Sie auch reden würden (wenn Sie sich trauen würden, Ihrer Frau Liebesschwüre unvorbereitet mündlich zu überbringen).

Darüber hinaus rate ich Ihnen, möglichst kurze Sätze zu benutzen. Das hat zwei Gründe: 1. Sie werden zur Trauung selbst so aufgeregt sein, dass Sie Mühe haben werden, lange, komplizierte Sätze fehlerfrei vorzutragen – selbst, wenn Sie sie ablesen. 2. Sollten Sie sich entscheiden – was immer schöner ist, weil Sie Ihrer Braut dann in die Augen schauen können – das Ehegelübde auswendig zu lernen, fällt Ihnen das mit kurzen Sätzen wesentlich leichter.

 

Und jetzt: Legen Sie los! Und machen Sie sich keine Sorgen. Sie hat ja schon einmal „Ja“ gesagt, bei Ihrem Antrag nämlich. Sie wird nicht plötzlich „Nein“ sagen, nur weil Sie beim Ehegelübde ins Stottern geraten oder nicht wie Goethe klingen.